Die Fahrrad Typ: Reiserad

  • Post by  Livall Smart Riding Gepostet am Feb 27, 2017

Auf großer Fahrt

Ein spannender Urlaub muss nicht unbedingt mit dem Auto oder der Bahn geplant werden, sondern kann auch direkt vor der Tür mit dem eigenen Fahrrad beginnen. Für eine Strecke von mehreren hundert Kilometern ist allerdings ein Bike notwendig, das besonders belastbar und technisch hochwertig ist. Dafür bietet der Handel spezielle Reiseräder, die alle wichtigen Eigenschaften in ihrer Konstruktion vereinen.

 

Diese Bikes zeichnen sich durch einen stabilen Rahmen aus, sind schnell zu reparieren und auch auf langen Strecken komfortabel zu fahren. Selbst kurze Bergetappen sind problemlos zu bewältigen. Das ermöglichen aufwändige Gangschaltungen mit leistungsfähiger Umsetzung und schmale Reifen, die geschmeidig über asphaltierte Wege gleiten.

 

Da Reiseräder meistens auf langen Strecken viel Gepäck tragen, müssen sie äußerst belastbar sein. Deshalb ist die Rahmenkonstruktion auf Stabilität ausgelegt und besteht aus dünnwandigen, nahtlos gezogenen Rohren. Da es nicht auf hohe Renngeschwindigkeiten ankommt, können diese Vehikel durchaus schwerer gebaut werden. Als Material wird vor allem Stahl verwendet, der durch spezielle Legierungen zusätzliche Festigkeit und eine enorme Elastizität erhält.

 

 

Die Rahmengeometrie ist denen anderer Radtypen durchaus ähnlich. Der Radstand beträgt zwischen 103 und 105 cm und ist somit ein Kompromiss aus guter Wendigkeit und stabiler Geradeausfahrt mit sehr guten Federungseigenschaften. Schließlich gilt im Fahrradbereich die Regel: Je niedriger der Radstand, desto größer ist die Wendigkeit des Drahtesels.

 

Die bessere Kurvenlage verschlechtert allerdings das Handling, weil das Bike insgesamt empfindlicher reagiert. Der große Abstand zwischen der Vorder- und Hinterachse erzeugt zusätzlich den Raum für das Schutzblech und den Dynamo. Auf diese Weise ist auch genügend Platz zwischen den Pedalen und dem Vorderrad vorhanden. Damit haben die Füße mehr Trittfreiheit und kommen nicht so schnell an das Schutzblech oder die Packtaschen.

Zudem haben Reiseräder einen sehr geringen Rahmenwinkel. Dadurch ist die Sattelposition etwas nach hinten versetzt. Dieses erlaubt zwar eine angenehmere Sitzposition, kann aber bedeuten, dass der Fahrer bei Bergauffahrten mehr Kraft einsetzen muss.

 

Die meisten Reiseräder verfügen über eine Schaltung mit 24 Gängen, die aus drei Kettenblättern mit acht Ritzeln besteht. Dadurch ist der Fahrer auf seiner Tour flexibler und kann seine Trittfrequenz den Gegebenheiten anpassen. Generell ist das Reiserad aber nicht auf eine bestimmte Schaltung festgelegt und durch seine Architektur auch mit Technik aus dem Rennrad- oder Mountainbikebereich fahrbar.

  

Gmndsätzlich entscheidet der eigene Fahrstil über die Auswahl, allerdings sollte dabei beachtet werden, dass härtere Touren mit einer flexiblen Schaltung leichter zu über-stehen sind. Über Materialschwächen muss man sich allerdings kaum Gedanken machen. Das Kettenblatt und die Kurbelsätze bestehen aus geschmiedeten Leichtmetalllegierungen. Aufgrund dieser qualitativ hochwertigen Fertigung sind gute Reiseräder deutlich teurer als normale Citybikes.

 

Reiseradfahrer benötigen ausreichend Stauraum. Üblicherweise gibt es einen Hinterradgepäckträger, eine Halterung im Vorderradbereich und spezielle Aufbauten für Lenkertaschen. Die Belastung auf das Hinterrad ist bei diesem Radtypus aufgrund der Rahmengeometrie und des Gepäcks deutlich höher. Die Festigkeit der 28-Zoll-Hoch- druckreifen wird durch stabile Speichen sichergestellt. Da Reiseräder nicht mit dem Mountainbike konkurrieren wollen, ist ihre Geländetauglichkeit gering. Deshalb sind die Reifen nur 25 Milimeter breit und haben ein eher glattes Profil ohne große Stollen.